Häusliche Gewalt



Vorbemerkung:
Unter dem Begriff „häusliche Gewalt“ wird auf den folgenden Seiten von männlichen Personen ausgeübte Gewalt gegen Frauen verstanden. Es geht um die Gewalt gegen Frauen im häuslichen Nahbereich und die Auswirkungen auf die Frauen und die mitbetroffenen Kinder.

Häusliche Gewalt
•    kann jede Frau treffen
•    tritt unabhängig von Alter, Status, Herkunft oder Staatsangehörigkeit auf
•    ist selten einmalig
•    ist lebensbedrohlich und kann das Leben von Frauen und Kindern langfristig immens beeinträchtigen oder gar zerstören
•    ist die häufigste Verletzungsursache bei Frauen

Laut einer Studie des BMFSFJ haben in Deutschland rund 25 % aller Frauen schon Formen körperlicher oder sexueller Gewalt (oder beides) durch Beziehungspartner erlebt. Dies betrifft statistisch gesehen somit jede vierte Frau in Deutschland!

Die Täter wollen durch die Ausübung von Gewalt, wie bspw. schlagen, demütigen, treten, beleidigen, vergewaltigen, …,  ihre persönlichen Interessen durchsetzen, um die eigene Person zu stärken. Gewalttätern geht es dabei um Macht.
Diese Machtdemonstration dient dem Erreichen der völligen Kontrolle über die Frau. Die Fähigkeiten und Ressourcen der Partnerin werden geschwächt und untergraben. Durch stetige körperliche oder psychische Verletzungen möchte der Täter die Frau widerstandsunfähig/handlungsunfähig machen.

Formen häuslicher Gewalt
Die Formen häuslicher Gewalt sind vielfältig und haben unterschiedlichste Erscheinungsformen:

•    Physische oder körperliche Gewalt
Diese Form von Gewalt beinhaltet körperliche Misshandlungen der Partnerin. Dies sind unter anderem: Ohrfeigen, Faustschläge, Tritte, Stöße, Würgen, Festhalten, mit Gegenständen und Waffen bedrohen, körperliche Verletzungen verschiedenster Art zufügen, Essens- oder Schlafentzug, Fesseln

•    Psychische Gewalt
Die vielfältigen Formen psychischer Gewalt gehen oftmals jahrelang einher, bevor körperliche Gewalt angewendet wird. Psychische Gewalt beinhaltet unter anderem: Drohungen bis hin zu Morddrohungen, Beleidigungen oder Demütigungen, Einschüchterungen, Angst machen durch Blicke, Gesten und Handlungen, Eigentum zerstören, drohen die Kinder wegzunehmen, zu verletzen oder zu töten

•    Sexuelle oder sexualisierte Gewalt
Die Sexualität wird gezielt funktionalisiert, um Frauen zu erniedrigen und zu demütigen. Unter anderem:
„Anmache“, frauenfeindliche Äußerungen, Witze oder Beschimpfungen, Nötigung, sexuelle Beleidigungen, sexuelle Belästigung, Verpflichtung pornografische Filme und Bilder anzusehen, Verpflichtung sexuelle Handlungen am Partner vorzunehmen, anale, orale oder vaginale Vergewaltigung, Zwangsprostitution,

•    Soziale Gewalt
Einsperren, ständige Kontrolle, Isolation der Frau, Kontaktverbot zu anderen,

•    Finanzielle Gewalt
Verbot eine Beschäftigung auszuüben oder zu bestimmten Beschäftigungen zwingen, alleinige Finanzkontrolle durch den Täter, wie Geld zuteilen, verweigern oder abnehmen

•    Digitale Gewalt
Cyber-Mobbing, Bloßstellen und Anschwärzen, Cyber-Stalking, Nötigung oder Erpressung, Verbreiten von Gerüchten und Diffamierungen, Identitätsmissbrauch und die offene Androhung von Gewalt.

Das Macht – und Kontrollverhalten des Täters beginnt meist in kleinen Schritten und weitet sich im Laufe der Zeit auf immer weiter aus – auch auf immer mehr Lebensbereiche der Frau, bis sich die Frau völlig isoliert und vom Mann abhängig erlebt.

All diese Formen von Gewalt können nach einiger Zeit zu immer stärker werdenden körperlichen Misshandlungen führen, da die Hemmschwelle von Gewalttätern mit der Zeit permanent sinkt.

Quelle: http://www.gewaltschutz.info